Offen dokumentieren statt nur Treffer zeigen

Versuchschronologie des Schieber-Matrix-Modells

Vom anfänglichen Rasterverdacht über verworfene Geometrietests bis zum seitenweise kreuzvalidierten Übergangsmodell für Voynich MS 408.

Zweck dieser Seite: Diese Chronologie dokumentiert die Versuche in ihrer sachlichen Reihenfolge. Sie enthält positive Befunde ebenso wie negative, methodisch ungültige und weiterhin offene Ergebnisse. Ein späterer Erfolg ersetzt keinen früheren Fehlschlag; jeder Versuch beantwortet nur die jeweils gestellte Frage.

Die Untersuchung beansprucht keine Übersetzung oder Entschlüsselung. Geprüft wird, ob beobachtete Zeichenfolgen mit einem begrenzten, von Hand ausführbaren Produktionssystem vereinbar sind.

19Zustände auf der Positionsschiene
87erlaubte gerichtete Übergänge
92,84 %direkte Abdeckung im Seitentest
67,63 %Abdeckung der gleich modellierten Vulgata
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Suche nach einem geometrischen Raster

Ausgangspunkt war die grafische Beobachtung ungewöhnlich gleichmäßig wirkender Abstände.

VersuchPrüfung und ErgebnisStatus
X-Start-KoordinatenZeichen- und Wortanfänge wurden auf wiederkehrende horizontale Positionen geprüft. Es entstanden Häufungen, aber kein eindeutiges gemeinsames Raster.vorläufig
Lattice-Spektrum und Phase-FoldSpektren und gefaltete Koordinaten zeigten einzelne Peaks und lokale Verdichtungen, jedoch keinen stabilen seitenübergreifenden Grundtakt.global negativ
Quantisierungs-BasisscanVerschiedene Grundmaße und deren ganzzahlige Vielfache wurden gegen die Abstände getestet. Kein universelles Grundmaß blieb über Seiten und Zeichenklassen stabil.nicht bestätigt
Fokussierter 4:1-TestEin auffälliges Verhältnis wurde isoliert geprüft, ließ sich aber nicht als allgemeine Regel bestätigen.nicht bestätigt
Kleine StandardzeichenGallows, große Lücken und auffällige Formen wurden entfernt. Das Rasterbild wurde ruhiger, blieb jedoch nicht eindeutig.offen
Kontrolltext und kurze ZeichenÄhnliche lokale Rastereffekte entstanden auch in weniger auffälligen Textbereichen. Damit waren sie nicht automatisch ein mechanischer Fingerabdruck.Einschränkung
Krümmung und lokale ModuleEin Teil der scheinbaren Rasterabweichung ließ sich mit Zeilenkrümmung und abschnittsweisen Modulen erklären. Lokale Modelle passten besser als ein starres Gesamtraster.lokal plausibel
Phasensprünge und PeriodenPhasenwechsel waren erkennbar, aber weder ein Drittelsystem noch eine feste globale Periode wurde belastbar bestätigt.global negativ
Ergebnis der ersten Phase: Die einfache Vorstellung eines starren, über alle Seiten laufenden Millimeterrasters wurde aufgegeben. Der Schwerpunkt verlagerte sich von absoluten Bildkoordinaten auf die Reihenfolge der Zeichenübergänge.
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Modulare Matrix und Zustandsmodell

Die geometrische Idee wurde schrittweise in ein regelgebundenes Übergangsmodell übersetzt.

VersuchPrüfung und ErgebnisStatus
Modulare MatrixAus gemessenen Abständen wurden mögliche Module rekonstruiert. Mehrere Lösungen waren möglich; eine historische Originalmatrix ließ sich nicht eindeutig zurückrechnen.explorativ
Eingefrorene Matrix mit ToleranzEine feste Anordnung wurde mit begrenzter handschriftlicher Streuung getestet. Sie konnte Muster erzeugen, war aber noch nicht eindeutig besser als einfachere Erklärungen.vorläufig
MaßkonzeptAus Kandidatenwerten von 0,427 / 0,636 / 0,776 / 1,723 mm entstand ein Zyklus von 3,562 mm und ein technischer Entwurf. Mehrere Maße waren ausdrücklich nur Konstruktionsannahmen.Entwurf
Sliding-SimulationEine horizontal verschiebbare Schablone zeigte die praktische Machbarkeit regelgebundener Kombinationen, aber nicht ihre historische Verwendung.Machbarkeit
State-MachineZeichen wurden als Zustände und Zeichenwechsel als Bewegungen modelliert. Diese Darstellung war stabiler als das globale Koordinatenraster.richtungsweisend
Fünf grobe ZuständeEine frühe Übergangsmatrix machte bevorzugte Wege sichtbar, war für die tatsächliche Zeichenstruktur jedoch zu grob.Vorstufe
dy → qok-MessmatrixZwölf Fundstellen wurden auf einer gemeinsamen Verschiebungsachse angeordnet. Lokale Nahabstände waren auffällig; eine enge gemeinsame Millimetergruppe blieb unbewiesen.offen
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Erste Blind- und Kontrolltests

Anonymisierte Nullkorpora und zurückgehaltene Daten sollten nachträgliche Anpassungen begrenzen.

VersuchPrüfung und ErgebnisStatus
Höhergeordnete Wortbausteine1.416 Wortvorkommen und 797 Worttypen wurden mit 999 innerhalb der Wörter umgeordneten Nullkorpora verglichen. Drei-Zeichen-Verbindungen: 43.980 gegenüber einem Nullmittel von 4.259,86. Vier-Zeichen-Verbindungen: 9.680 gegenüber 285,30.p = 0,001
Automatischer BildtestDie automatische Zeilen- und Wortsegmentierung schnitt falsche Bereiche aus. Die erzeugten Kennzahlen wurden nicht als Ergebnis verwendet.verworfen
qo/4o-Anker60 Fälle: mittlere paarweise Abstandsdifferenz 3,49 statt 5,05 Pixel; 30,9 Prozent regelmäßiger als die Nullerwartung. Der Effekt blieb bei Toleranzvarianten und Leave-one-page-out in derselben Richtung.p = 0,0013
Externer qo-PixelcheckNur neun direkt vergleichbare Paare: 3,78 statt 3,90 Pixel; p = 0,458. Der erste Effekt wurde damit nicht unabhängig bestätigt.nicht bestätigt
Mehrformat-HandschriftenvergleichMS 408 zeigte in einem frühen Vergleich über mehrere Auflösungen geringere Abstandsvarianz als zwei Vergleichshandschriften. Die vollständigen numerischen Rohdaten dieses Laufs liegen nicht als eigenständige Ergebnistabelle vor.nicht vollständig reproduzierbar
Form- und IntensitätspilotenEin k-Pilot war in absoluten Maßen auffällig, nach Größenkorrektur aber nicht mehr belastbar. q-Intensität und schreiberübergreifende Kontraste blieben durch Scan- und Seiteneinflüsse konfundiert.explorativ
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Die 19-Zustände-Schiene

Aus den Übergangsdaten entstand die bis heute verwendete lineare Zeichenordnung.

Schienenordnung: g–f–p–s–c–h–y–e–d–t–k–o–q–l–a–r–i–n–m
VersuchPrüfung und ErgebnisStatus
Zahnlineal-ProxyAbstände wurden zunächst symbolisch über dazwischenliegende EVA-Zeichen modelliert. Häufige Lückenpaare lieferten den Ausgangspunkt für die lineare Ordnung.Strukturhinweis
Holdout f103r2.228 Übergänge; mittlere Schieberbewegung 2,195 gegenüber 3,341 unter Zufall.p ≈ 0,0005
Holdout f102v1.208 Übergänge; mittlere Bewegung 2,737 gegenüber 3,715.p ≈ 0,0002
Holdout f41r448 Übergänge; mittlere Bewegung 2,350 gegenüber 2,981.p ≈ 0,0002
SchrittweitenAuf allen drei zurückgehaltenen Seiten dominierten Bewegungen um eine oder zwei Positionen. Die Ordnung wurde auf den Testseiten nicht neu angepasst.stabil
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Ausweitung auf Seiten, Sektionen und Schreiberhände

Das Modell wurde von Einzelbeispielen auf größere und getrennte Textbereiche übertragen.

VersuchPrüfung und ErgebnisStatus
Einzelblatt f93r756 Zeichen; mittlere Bewegung 3,89 statt 4,55; kleine Schritte 46,5 statt 36,2 Prozent; Top-10-Übergänge 44,9 statt 23,9 Prozent.positiv
Out-of-sample f94rMittlere Bewegung 3,186 statt 6,291; kleine Schritte 55,24 statt 24,83 Prozent.p < 0,0001
Out-of-sample f96rMittlere Bewegung 3,729 statt 6,420; kleine Schritte 45,83 statt 23,30 Prozent.positiv
Out-of-sample f100rMittlere Bewegung 3,511 statt 6,224; kleine Schritte 52,19 statt 25,79 Prozent.positiv
Currier A und BCurrier A: mittlere Bewegung 3,499; Currier B: 2,987; jeweilige Zufallswerte ungefähr 6,3.beide positiv
Fünf Hände und SektionenAlle fünf zugeschriebenen Hände und sämtliche großen Sektionen zeigten denselben Grundeffekt, allerdings in unterschiedlicher Stärke.korpusweit
Gallows-RangbahnenErstes bis viertes Gallows lagen im Mittel bei relativen Positionen 0,180 / 0,376 / 0,508 / 0,615. Die Bahnen waren schmaler als bei zufälliger Verteilung.auffällig
Gallows gegen normale GlyphenGallows zeigten stärkere Positions- und Rangbindung als gewöhnliche Zeichen. Eine textstrukturelle Erklärung bleibt möglich.mehrdeutig
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Konkurrenzmodelle und Normaltexte

Das lineare Modell wurde gegen geometrische Alternativen, Generatoren und normale Sprachtexte gestellt.

VersuchPrüfung und ErgebnisStatus
1D-Schiene gegen 2D-Bingo1D: Distanzverhältnis 0,490 und Nachbarschaftslift 2,43. 2D: Verhältnis 0,614 und Lift 2,21. Die lineare Ordnung passte besser.1D besser
KreismodellEine ringförmige Anordnung erklärte die Übergänge nicht überzeugender als die Schiene.verworfen
Always-mutateÄhnliche Wortlängen und Bewegungen, aber zu viele einmalige Wörter und zu geringe Wiederholungsmasse.unzureichend
Bibliothek plus exakte KopieErklärte die Wiederholungsmasse besser, traf aber Wortvielfalt und Übergangskonzentration nicht gemeinsam.unzureichend
Copy-and-modifyBleibt ein plausibles Konkurrenzprinzip für lokale Wortfamilien, erklärt die Gesamtheit der gemessenen Kennzahlen aber nicht allein.nicht widerlegt
Alice, Faust und Legenda AureaDie Kontrolltexte benötigten 121 bis 122 Kanten und erreichten im Test ungefähr 87,9 bis 88,5 Prozent. MS 408 benötigte 87 Kanten und lag bei über 93 Prozent.Voynich kompakter
Lutherbibel-Pilot113 Kanten ergaben 79,41 Prozent Testabdeckung.Kontrolle schwächer
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Eingefrorene Matrix und Kreuzvalidierung

Die Zahl der Zustände und erlaubten Kanten wurde festgelegt und seitenweise geprüft.

VersuchPrüfung und ErgebnisStatus
19×19-MatrixVon 361 möglichen gerichteten Übergängen wurden 87 anhand der Trainingsdaten erlaubt.eingefroren
Früher 70/30-Blindtest158 Trainingsseiten und 69 Testseiten; direkte Testabdeckung 93,17 Prozent.positiv
10.000 ZufallsmatrizenZufallsmittel 24,38 Prozent, bestes Zufallsmodell 56,48 Prozent; keine Matrix erreichte MS 408.p ≈ 0,0001
Zehnfache Seitenkreuzvalidierung155.040 Übergänge; direkte Abdeckung 92,8412 Prozent. Die zehn Testgruppen lagen zwischen 92,10 und 93,52 Prozent.Hauptergebnis
5.000 gradgleiche ZufallsmatrizenZufallsmittel 24,25 Prozent, Maximum 54,50 Prozent; keine erreichte 92,84 Prozent.p < 0,0002
Mechanische AbweichungsklassenMit Wiederholung, ausgelassener Zwischenposition sowie benachbartem Ziel oder Ausgang wurden 98,81 Prozent klassifiziert. Zufallsmatrizen erreichten mit diesen großzügigen Regeln jedoch bereits im Mittel 90,42 Prozent.nur p ≈ 0,026
Gleich großer Vulgata-VergleichJe 19 Zustände und 87 erlaubte Übergänge: MS 408 erreichte 92,84 Prozent, die lateinische Vulgata 67,63 Prozent.starke Kontrolle
Fünf SchreiberhändeDirekte Abdeckung zwischen 90,67 und 93,98 Prozent. Kein Schreiberprofil brach aus dem Grundmodell aus.stabil
RestübergängeWenige Paare wie ck, am, ir, hc und op dominierten die nicht direkt erlaubten Fälle. Viele sind stark an Wortanfang, Wortende oder Gallows-Konstruktionen gebunden.grafische Ebene?

Zwischenbilanz

Was die Versuchsreihe tatsächlich zeigt

Belastbare Befunde

  • starke wiederkehrende Drei- und Vierzeichenbausteine
  • ungewöhnlich kurze Bewegungen auf einer 19er-Schiene
  • hohe Abdeckung durch eine 87-Kanten-Matrix
  • Stabilität über Seiten, Sektionen und fünf Hände
  • deutlich geringere Abdeckung der gleich modellierten Vulgata

Nicht bestätigt

  • ein globales Millimeterraster
  • eine feste globale Phase oder Periode
  • ein universelles Drittelsystem
  • unabhängige Bestätigung des qo-Abstands
  • Überlegenheit von Bingo-, Kreis- oder einfachen Mutationsmodellen

Weiterhin offen

  • physische Schablone, Schiene oder Karten
  • historische Produktionsweise
  • Pixelreplikation ohne Skalierung
  • Ganzlagen- und Handschreiber-Holdouts
  • Vergleich mit weiteren Sprachen, Chiffren und Markov-Modellen
Grenze der Aussage: Die Rechnungen belegen eine stark komprimierbare und seitenübergreifend stabile Übergangsordnung. Sie beweisen bisher weder eine konkrete historische Vorrichtung noch Bedeutungslosigkeit, Betrug, Urheberschaft oder eine Entschlüsselung.

Transparenz zur KI-Unterstützung

Die Schieber-Matrix-Hypothese, die zugrunde liegenden grafischen Beobachtungen sowie die praktischen Schreib- und Schablonenexperimente wurden vom Autor entwickelt und durchgeführt. Generative KI wurde unterstützend bei der Entwicklung und Überprüfung von Rechenwegen, der Programmierung von Analysewerkzeugen, der Strukturierung von Daten sowie bei Übersetzung und sprachlicher Aufbereitung eingesetzt.

Die KI wurde nicht zur vermeintlichen Entschlüsselung des Voynich-Manuskripts verwendet. Auswahl, Prüfung, Interpretation und Verantwortung für die veröffentlichten Aussagen liegen beim Autor.

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